EIP-Agri Maßnahme B · Operationelle Gruppe Solafit B

Klimaresilienter
Kartoffelanbau

Ein neues Kartoffel-Anbausystem, das Spezialkomposte verwendet und die Kartoffeldämme dauerhaft bedeckt hält – für mehr Wassereffizienz, gesündere Böden und stabile Erträge unter Klimaextremsituationen.

Laufzeit 2026 – 2028
Region Bayern
Förderprogramm EIP-Agri
Blühende Kartoffelpflanze auf dem Feld
Eindrücke

Aus dem Projekt

Feldbegehung mit Studierenden im Kartoffelacker
Feldbegehung mit Studierenden
Trockener, rissiger Boden im Kartoffeldamm
Trockenheitsbelastung im Dammboden
Erläuterungstafel EIP-Agri am Projektstandort Solafit
Erläuterungstafel am Projektstandort

Bildnachweis: Jonathan Durlesser

Hintergrund

Warum brauchen wir das?

Der Kartoffelanbau in Bayern und Deutschland insgesamt steht unter wachsendem Druck: Wetterextreme wie Spätfröste, Starkregen und anhaltende Trockenperioden häufen sich durch den Klimawandel und beeinflussen Erträge sowie Krankheits- und Schädlingsdruck negativ. Pathogene wie Rhizoctonia, Drahtwurm oder Stolbur werden zum existenziellen Risiko für immer mehr Betriebe. Gleichzeitig steigen die Qualitätsanforderungen, die Kosten für Pflanzgut, Dünger und Pflanzenschutz. 

Das Ergebnis: Viele Landwirtinnen und Landwirte stellen den Kartoffelanbau in Frage. Dabei ist die Kartoffel eine der bedeutendsten Ackerkulturen weltweit – hochwertig in Nährstoffgehalt und Ertrag, auch auf Flächen, die für Getreide weniger geeignet sind.

Genau hier setzt das Projekt Solafit an. Es entwickelt ein integriertes, resilientes Anbausystem, das ökologische Nachhaltigkeit und wirtschaftliche Stabilität miteinander verbindet – praxistauglich und übertragbar auf unterschiedliche Standorte in Bayern und darüber hinaus.

Innovation

Die drei Kernmaßnahmen

1
Mulchpflanzen – der Boden bleibt bedeckt

Überwinternde Zwischenfrüchte werden im Herbst gesät, im Frühjahr gezielt zerkleinert und gemulcht. Diese organische Bodenbedeckung bleibt über den Pflanztermin hinaus erhalten und stabilisiert das Bodenklima, mindert Erosion und aktiviert das Bodenleben. Speziell entwickelte Kartoffellege-Werkzeuge halten den Mulch an der Oberfläche, ohne die Dammstruktur zu zerstören.

2
Unterfußdüngung – Nährstoffe gezielt platziert

Organische Dünger werden direkt unter der Pflanzknolle in ca. 5–6 cm Tiefe eingebracht. Diese gezielte Platzierung fördert die Jugendentwicklung, erhöht die Nährstoffeffizienz und reduziert den Gesamtdüngerbedarf. Verschiedene Dünger werden erprobt, darunter Lebensmittelverarbeitungsrückstände, Schlachtnebenprodukte, Phosphorrecyclingprodukte (Struvit) und Neempresskuchen.

3
Kompost in die Legefurche – biologische Krankheitsregulierung

Speziell aufbereitete Komposte mit niedrigem C/N-Verhältnis und hoher mikrobieller Aktivität werden direkt in die Legefurche eingebracht. Sie schaffen ein aktives mikrobielles Milieu rund um die Knolle, das Pathogene wie Rhizoctonia solani verdrängt. Ergänzt wird das durch gezielte Beimpfung mit entomopathogenen Pilzen (Metarhizium brunneum) gegen Drahtwürmer und nützlichen Bodenbakterien zur Wurzelförderung.

Ziele

Erwartete Ergebnisse

Verbesserte Bodenstruktur

Weniger Erosion, mehr Wasserspeicherkapazität und aktiveres Bodenleben durch dauerhafte organische Bodenbedeckung.

Reduzierter Krankheitsdruck

Geringerer Befall mit bodenbürtigen Pathogenen wie Rhizoctonia durch Ausbringung von Komposten und biologischen Präparate mit natürlicher, Krankheits-unterdrückender Wirkung.

Stabile, hochwertige Erträge

Auch unter Klimaextremen – Hitze, Trockenheit, Starkregenereignisse – sollen Ertrag und Qualität gesichert werden.

Übertragbare Maschinenlösungen

Praxisreife Geräte für Mulchpflege, Kompostausbringung und Unterfußdüngung – einsetzbar in Maschinenringen und Lohnunternehmen.

Wissenstransfer & Vernetzung

Feldtage, Fachveranstaltungen und digitale Formate verbreiten die Erkenntnisse in die Praxis – bundesweit und europäisch über EIP-Netzwerke.

Klimaresilienz & Nachhaltigkeit

Ressourcenschonung, Kreislaufwirtschaft und reduzierter Betriebsmitteleinsatz – die entwickelten Verfahren stärken die Zukunftsfähigkeit bayerischer Kartoffelbetriebe.

Ablauf

Projektzeitplan 2026 – 2028

2026 Jahr 1
Projektstart & Koordinierung aller Partner
Beschaffung und Anpassung der Technik (Prototypen)
Versuchspflanzung auf Pilotbetrieben
Erste Ernte & Auswertung
Technische Anpassung auf Basis der Ergebnisse
2027 Jahr 2
Integration weiterer Praxisbetriebe (verschiedene Standorte)
Weiterentwicklung technischer Lösungen
Intensivierte wissenschaftliche Begleitung
Erste Feldführungen & Workshops
Identifikation von Best-Practice-Kombinationen
2028 Jahr 3
Finaler Versuchslauf & Validierung
Fertigstellung marktfähiger Technikkomponenten
Großer Feldtag mit Vorführungen
Veröffentlichung Handreichungen & Leitfäden
Abschlussbericht & Empfehlungen
Team & Partner

Wer steckt dahinter?

TF
Timo Friesland
Projektinitiator & Ansprechpartner
Ammersee Obstbau GmbH · natuerlich.bayern
MK
Maximilian Kainz
Projektkoordinator
Agrarwissenschaftler & Landwirt
🌱
Landwirtschaftliche Pilotbetriebe
Versuchsträger & Praxispartner
Zwei erfahrene Kartoffelbaubetriebe aus Bayern
🔬
Wissenschaftliche Begleitung
Forschung & Qualitätsprüfung
Kooperation mit Forschungseinrichtungen und der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft
💬
Beratung & Vernetzung
Nachhaltigkeitsberatung & NGO
Fachberatung zu Nachhaltigkeitsthemen und Einbindung regionaler Netzwerke
Förderung

Förderinformation

Ein im Rahmen des GAP-Strategieplans Deutschland 2023 – 2027 gefördertes Projekt im Freistaat Bayern.
Vorhabentitel: Klimaresilienter Kartoffelanbau (Solafit) · Förderprogramm: Europäische Innovationspartnerschaft (EIP-Agri)

EIP-Agri Maßnahme B · Operationelle Gruppe Alte Birne

Birnensaft aus
Streuobst

Alte Birnensorten wirtschaftlich nutzbar machen – durch genossenschaftliche Ernte, Verarbeitung und Vermarktung von Birnensaft. Kulturlandschaft erhalten, Biodiversität stärken, neue Wertschöpfung für Landwirtschaft in der Region schaffen.

Laufzeit 2026 – 2028
Region Rhön / Bayern
Förderprogramm EIP-Agri
Birne am Baum, Nahaufnahme
Eindrücke

Aus dem Projekt

Streuobstwiese mit alten Birnbäumen
Streuobstwiese mit alten Birnbäumen
GPS-Lenksystem im Traktor für präzise Erntetechnik
Präzisionstechnik bei der Bewirtschaftung
Erläuterungstafel EIP-Agri am Projektstandort
Erläuterungstafel am Projektstandort

Bildnachweis: Timo Friesland. Close-up-Foto KI-generiert (ChatGPT).

Hintergrund

Warum brauchen wir das?

Birnen hatten einst eine ähnlich große wirtschaftliche Bedeutung wie Äpfel – heute sind sie auf Platz 9 der beliebtesten Früchte abgerutscht. Dabei sind Birnbäume außerordentlich langlebig (bis zu 200 Jahre), ökologisch wertvoll und durch ihre tiefe Pfahlwurzel deutlich hitze- und trockenheitsresistenter als Apfelbäume. Genau das macht sie zu einem wichtigen Baustein klimaresilienter Kulturlandschaften.

Das Problem: Der Anbau und die Pflege von Streuobstbirnen lohnt sich wirtschaftlich kaum. Im Gegensatz zum Apfel gibt es für Birnen kaum geeignete Mostbirnensorten mit einheitlichem Erntezeitpunkt. Viele alte Koch- und Wirtschaftsbirnen – gerade die robusten Sorten – sind in Vergessenheit geraten oder vom Aussterben bedroht.

Das Projekt Alte Birne setzt hier an: durch genossenschaftliche Saftproduktion soll der Birnenanbau wieder wirtschaftlich werden – und damit ein starker Anreiz entstehen, alte Bestände zu pflegen, neue Birnenwiesen anzulegen und wertvolle Sorten zu erhalten.

Innovation

Die vier Projektsäulen

1
Sortenerfassung & Kartierung alter Birnensorten

Systematische Erfassung und pomologische Bestimmung noch vorhandener alter Koch- und Wirtschaftsbirnen in der Region – besonders im nördlichen Unterfranken / Rhön. Gezielte Suche nach robusten „Mutterbäumen" als Grundlage für neue, regional angepasste Unterlagen. Diese Sorten besitzen genau die Eigenschaften, die für wirtschaftliche Saftproduktion nötig sind: einheitliche Reife, ausreichende Festigkeit, gutes Aromaprofil.

2
Neue Erntetechnik für Streuobstbirnen

Erprobung und Optimierung geeigneter Erntetechnik: Auffangschirme für schnell teigig werdende Tafelbirnen sowie mechanische Aufsammelsysteme für harte Mostsorten. Anpassung der Technik an die spezifischen Anforderungen verschiedener Birnensorten – mit dem Ziel einer wirtschaftlichen, maschinellen Ernte im Betrieb.

3
Direkte Standortpflanzung – ohne Verschulung

Innovativer Ansatz zur Neuanlage von Birnenbeständen: Statt teurem Verschulen wird Saatgut oder Jungmaterial direkt am finalen Standort ausgepflanzt. Das ermöglicht die Ausbildung der birnentypischen Pfahlwurzel, senkt Etablierungskosten erheblich und reduziert den Bewässerungsaufwand. Ein Ansatz, der im Streuobstbau völlig neu ist.

4
Genossenschaftliche Produktion & Vermarktung

Aufbau einer Erzeugergemeinschaft, die Ernte, Verarbeitung in einer Kelterei und gemeinsame Vermarktung des Birnensafts bündelt. Einzelbetriebe produzieren die Früchte – der Rest läuft gemeinschaftlich. Das schafft Synergieeffekte, teilt Investitionskosten und macht das Vorhaben für jeden einzelnen Betrieb rentabel, ohne dass umfassendes Spezialwissen im Haus sein muss.

Ziele

Erwartete Ergebnisse

Erhalt alter Birnensorten

Gefährdete Koch- und Wirtschaftsbirnen werden durch wirtschaftliche Nutzung erhalten – "Schutz durch Nutzung" als nachhaltiges Prinzip.

Neue Wertschöpfung in der Region

Landwirtinnen und Landwirte in der Rhön erschließen durch Birnensaft ein neues, regionales Premiumprodukt mit stabiler Nachfrage.

Stärkung der Kulturlandschaft

Neuanpflanzungen von Birnenstreuobst werten Landschaftsbild und Biodiversität auf – ein Beitrag zum Streuobstpakt Bayern.

Klimaresilienz durch Birne

Die trockenheitstolerante Birne stärkt Streuobstwiesen für den Klimawandel – ein übertragbares Modell für ganz Bayern.

Erzeugergemeinschaft gegründet

Am Projektende steht eine funktionierende Genossenschaft mit gemeinsamer Ernte, Kelterei-Kooperation und Vermarktungsstruktur.

Neue Unterlagen & Sorten

Regional angepasste Birnenunterlagen aus Kartierungsmutterbäumen – ein potenziell bedeutsamer Beitrag für die genetische Vielfalt.

Ablauf

Projektzeitplan 2026 – 2028

2026 Jahr 1
Kartierung und Erfassung alter Birnensorten in der Region
Bestimmung geeigneter Mutterbäume für neue Unterlagen
Erprobung und Optimierung der Erntetechnik
Erste Versuchspflanzungen am Standort (ohne Verschulung)
Aufbau Netzwerk teilnehmender Betriebe
2027 Jahr 2
Erste gemeinsame Ernte & Versuchsverarbeitung in Kelterei
Veredelung ausgewählter Sorten auf neue Unterlagen
Weiterentwicklung Konzept Erzeugergemeinschaft
Workshops & Feldführungen für interessierte Betriebe
Auswertung Etablierungsversuche Neuanlagen
2028 Jahr 3
Gründung Erzeugergemeinschaft / Genossenschaft
Markteinführung Birnensaft aus Streuobst
Dokumentation & Übertragbarkeit auf andere Regionen
Abschlusspräsentation & Veröffentlichung Handreichungen
Finaler Projektbericht
Team & Partner

Wer steckt dahinter?

TF
Timo Friesland
Projektinitiator & Ansprechpartner
Ammersee Obstbau GmbH · natuerlich.bayern
MK
Maximilian Kainz
Projektkoordinator
Agrarwissenschaftler & Landwirt
🌳
Landwirtschaftliche Betriebe
Versuchsträger & Erzeuger
Betriebe aus der Rhön mit Birnenbeständen und Interesse an genossenschaftlicher Vermarktung
🔬
Pomologische Expertise
Sortenbestimmung & Beratung
Spezialisierte Fachberatung zur Erfassung und Bewertung alter Birnensorten
💬
Beratung & Vernetzung
Nachhaltigkeitsberatung & NGO
Fachberatung und Einbindung regionaler Netzwerke im Streuobstbereich
Förderung

Förderinformation

Ein im Rahmen des GAP-Strategieplans Deutschland 2023 – 2027 gefördertes Projekt im Freistaat Bayern.
Vorhabentitel: Birnensaft aus Streuobst (Alte Birne) · Förderprogramm: Europäische Innovationspartnerschaft (EIP-Agri)

EIP-Agri Maßnahme B · Operationelle Gruppe Baumsaat GbR

Baumsaat –
Direktsaat heimischer Gehölze

Ein Verfahren zur Direktsaat heimischer Obstgehölze mithilfe von Fruchttrester – für klimaresiliente, artenreiche Strukturen zu minimalen Kosten.

Laufzeit 2026 – 2029
Region Bayern
Förderprogramm EIP-Agri
Keimende Baumsaat-Sämlinge im Boden
Eindrücke

Aus dem Projekt

Einzelner Obstbaum am Feldrand neben Maisreihen
Etablierter Baum am Feldrand
Silvopastorale Weidefläche mit jungen Gehölzen und Schafen
Silvopastorale Pilotfläche mit Schafbeweidung
Erläuterungstafel EIP-Agri am Projektstandort Baumsaatverfahren
Erläuterungstafel am Projektstandort

Bildnachweis: Timo Friesland

Hintergrund

Warum brauchen wir das?

Streuobstwiesen zählen zu den artenreichsten Kulturlandschaften Mitteleuropas – und sind gleichzeitig massiv unter Druck. In Bayern sind seit den 1960er-Jahren rund 70 % dieser Flächen verloren gegangen. Intensivierung, wirtschaftlicher Druck und die wachsende Unrentabilität extensiver Bewirtschaftungsformen haben dazu beigetragen, dass wertvolle Gehölzstrukturen in der Agrarlandschaft schwinden.

Gleichzeitig werden die Folgen des Klimawandels immer spürbarer: Bodenerosion nimmt zu, Biodiversität schwindet, und die Resilienz von Agrarökosystemen ist gefährdet. Wissenschaft und Praxis rücken deshalb die Rolle von Obstbäumen und Gehölzstrukturen wieder stärker in den Fokus – als Schlüssel für eine nachhaltige Landbewirtschaftung im Klimawandel.

Konventionelle Bepflanzungsmethoden sind jedoch teuer und aufwändig. Das Projekt Baumsaat setzt hier an: Es entwickelt ein vollständig neues Verfahren zur Direktsaat heimischer Gehölze aus Fruchttrester – kostengünstig, skalierbar und ökologisch wertvoll.

Ansatz

Zwei Entwicklungslinien

1
Saatgut aus Fruchttrester

Trester – ein lokal verfügbares Nebenprodukt der Obstverarbeitung – wird in hochwertiges Verbund-Saatgut umgewandelt. Es vereint Samen und organische Substanz und bietet optimale Keimbedingungen sowie natürliche Nährstoffe für Jungpflanzen. Durch Fermentierung, Anreicherung mit Biostimulanzien (Mykorrhiza-Pilze, Algenextrakte, stickstofffixierende Bakterien), Trocknung und Granulierung wird das Saatgut für Lagerung, Transport und Ausbringung optimiert.

2
Maschinelle Ansaattechnik

Abhängig von Standortbedingungen werden bestehende Maschinen geprüft, angepasst und weiterentwickelt. Erprobt werden Nass-Sprühverfahren (Hydroseeding) für erosionsgefährdete Steillagen, Bodenbearbeitung und Aussaat mit dem Güllegrubber auf ebenen Flächen sowie Gülle-Injektor- und Scheibenschlitztechniken für präzisere Einzelreihenanlagen. Mehrjährige Versuchsreihen auf Pilotflächen in ganz Bayern validieren die Methoden unter realen Bedingungen.

3
Monitoring & Datenauswertung

Ein umfassendes Monitoring-System erfasst Keimraten, Wachstumsprozesse und Standortbedingungen kontinuierlich. Die Daten ermöglichen gezielte Anpassungen von Saatgutrezeptur und Aussaatparametern sowie die Entwicklung von Schutzmaßnahmen gegen Wildverbiss und invasive Pflanzenarten. So entsteht ein datengetriebenes Optimierungssystem für die langfristige Baumetablierung.

Ziele

Erwartete Ergebnisse

Resiliente Obstbaumbestände

Direkte Aussaat autochthonen Saatguts und natürliche Selektion fördern tiefwurzelnde, genetisch vielfältige Bestände mit hoher Widerstandsfähigkeit gegenüber Krankheiten und Wetterextremen.

Förderung von Biodiversität

Gesäte Obstbaumflächen mit hoher genetischer Varianz bieten diverse Lebensräume für Pflanzen, Insekten, Vögel und weitere Wildtiere – ein messbarer Beitrag zur Artenvielfalt in der Agrarlandschaft.

Klimaschutz durch CO₂-Bindung

Erste Schätzungen gehen von 10–20 Tonnen CO₂ pro Hektar und Jahr aus. Tiefreichende Wurzelsysteme und entstehende Humusschichten binden Kohlenstoff langfristig im Boden.

Kostengünstige Flächenanlage

Kein teures Baumschulmaterial, keine aufwändigen Pflanzmaßnahmen: Das Baumsaatverfahren ermöglicht großflächige, ökologisch wertvolle Gehölzstrukturen zu einem Bruchteil der konventionellen Kosten.

Erhöhtes Tierwohl

Die Integration von Baumstrukturen in Weidesysteme (Silvopastorale Systeme) reduziert nachweislich Stressniveaus von Nutztieren durch Schatten und Witterungsschutz – kostengünstig realisierbar mit dem Baumsaatverfahren.

Neue Wertschöpfungsketten

Zusätzliche Ertragsquellen durch Wildobst, Holz und CO₂-Kompensationsprogramme. Das Verfahren ist anschlussfähig an den Bayerischen Streuobstpakt und stärkt ländliche Regionen nachhaltig.

Ablauf

Projektzeitplan 2026 – 2029

2026 Jahr 1
Laboranalyse Trester-Nährstoffzusammensetzung
Test verschiedener Fermentierungs- und Trocknungsverfahren
Anreicherung mit Biostimulanzien (Mykorrhiza, Algenextrakte)
Auswahl und Anpassung erster Ansaatmaschinen
Einrichtung erster Pilotflächen in Bayern
2027–28 Jahr 2–3
Feldversuche mit Hydroseeding, Güllegrubber und Schlitztechniken
Monitoring Keimraten und Wachstumsverläufe
Optimierung Saatgutrezeptur anhand Felddaten
Ausweitung auf weitere Pilotflächen und Klimazonen
Workshops und Schulungen für interessierte Betriebe
2029 Jahr 4
Abschlussauswertung aller Versuchsflächen
Standardisierung des Verfahrens für die Praxis
Veröffentlichung Handreichungen und Schulungsmaterialien
Übertragbarkeit auf andere Regionen dokumentiert
Abschlusspräsentation und Projektbericht
Team & Partner

Wer steckt dahinter?

TF
Timo Friesland
Projektinitiator & Ansprechpartner
Ammersee Obstbau GmbH · natuerlich.bayern
MK
Maximilian Kainz
Projektkoordinator
Agrarwissenschaftler & Landwirt
🚀
Technologie-Partner (Startup)
Biotechnologie & Innovation
Startup-Unternehmen mit Expertise in Biostimulanzien und Fermentierungstechnologien
💬
Nachhaltigkeitsberatung
Beratung & Wissenstransfer
Spezialisierte Beratungsorganisation für nachhaltige Landwirtschaft und Streuobstprojekte
🌿
Regionalverband
Vernetzung & Öffentlichkeitsarbeit
Verband/Nichtregierungsorganisation zur Förderung regionaler Gehölzstrukturen und Streuobst
Förderung

Förderinformation

Ein im Rahmen des GAP-Strategieplans Deutschland 2023 – 2027 gefördertes Projekt im Freistaat Bayern.
Vorhabentitel: Baumsaatverfahren · Förderprogramm: Europäische Innovationspartnerschaft (EIP-Agri) · Die Europäische Union beteiligt sich mit bis zu 50 % an der Zuwendung.